Alles hat ein Ende.

Auch dieses Blog.

Vielleicht geht es an anderer Stelle mal weiter. Zu Trier ist eigentlich alles gesagt – aktuelle Lokal-Politik bekomme ich dank fehlendem TV-Abo ohnehin nicht mehr mit. Das heißt nicht, dass ich unbedingt gerne ein TV-Abo hätte, nach den Vorkommnissen der letzten Zeit (sowohl hier in den Blogs als auch im gedruckten Medium) glaube ich nicht, daran, dass mir der TV eine Berichterstattung liefern kann, die mir genügt. Spätestens aber die Antwort auf die Reaktionen rund um die Kinderarbeitsdebatte von “ViezJupp” war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Daher werde ich mein Engagement an dieser Stelle beenden.

Gegendarstellung

Zuletzt wurde in diesem Blog berichtet, dass Trier zu viele Ampeln habe und dass es ohne Ampeln an einigen Stellen möglicherweise zur Entspannung der Verkehrssituation kommt. Dies ist natürlich sachlich falsch.

Die Trierer Kraftverkehrsteilnehmer sind so derart auf diese Lichtzeichenanlagen angewiesen, dass es bei Abschaltung selbiger zu Staus und Verkehrsunfällen kommt.

Dies konnte zuletzt heute an der Kreuzung Franz-Georg-Straße/Schöndorfer Straße/Aveler Tal beobachtet werden. Zunächst bildete sich ein ca. 200m langer Stau, da es die meisten Teilnehmern auf der Vorfahrststraße sehr genau mit der Vorfahrt nahmen (was ja auch ihr gutes Recht ist). Linksabbieger oder gar Querverkehr aus Richtung Paulinstraße bzw. aus Kürenz hatten das Nachsehen. Heute abend ereignete sich dann auch noch ein Unfall: Ein PKW aus Richtung Franz-Georg-Straße kommend fuhr seitlich in einen querenden PKW aus Richtung Paulinstraße. Offenbar wurde hier grob die Vorfahrt mißachtet, und die ausgeschaltete Ampel nicht beachtet.

In Trier wird man als Autofahrer eben so bevormundet, da kann man mit weniger strikten Verkehrsregeln (rot: möglichst anhalten, nicht rot: auf jeden Fall nicht anhalten) nichts mehr anfangen. Ich glaube es wäre auch sinnlos, den Fußgängern funktionierende Verkehrsquerungssysteme an die Hand zu geben. Wer würde sich schon um einen Zebrastreifen in der Th.-Heuss-Allee (aus dem Steingröver Weg kommend zum Beispiel) scheren? Genausoviele wie sich um eine “Querungshilfe” an der Einmündung gegenüber an der Kochstraße scheren.

Situationskomik

Heute mittag am Hauptmarkt: Eine Gruppe von Besuchern (mit (verständlichem) sächsischem Dialekt) spaziert an der Absperrung um die Fugenausbesserungen vorbei. Sagt einer zu dem anderen: “Ob sie hier wohl schon wieder römische Grabmäler gefunden haben?” Antwort: “Sieht wohl so aus. Warum sonst sollte man hier bei dem Betrieb alles absperren?”

Bevormundung?

Der Diskussion im anderen Beitrag folgend achtete ich heute mal auf diverse Straßenverkehrseinrichtungen in der Stadt als ich in Richtung Zerf die Stadt verließ:

Es ist schon seltsam, wie sehr sowohl Fußgänger und Autofahrer bevormundet werden (letztere noch sehr viel mehr). Da gibt es zunächst an jeder Kreuzung Ampeln, die einem sturen Takt folgen und weiter immer wieder mehrere Spuren, die alle in eine eigene Richtung weisen. Beide Einrichtungen sind zwar zunächst der Sicherheit dienlich, andererseits führen sie aber auch schon dazu, dass man sich als Autofahrer blind darauf verlässt und nicht mehr auf andere Gefahren achtet (plötzliche Fußgänger zum Beispiel).

Da dies aber noch nicht schlimm genug ist, empfand man in den zuständigen Stellen wohl kein Bedürfnis nach einer Anpassung der starren Regeln. So ist zum Beispiel die Ampel an der Kreuzung Ostalle/Th.-Heuss-Allee/Bismarckstraße/Bahnhofstraße so stur geschaltet wie es nur irgend geht. Sogar nachts um 3 Uhr wird man dort von einer roten Beleuchtung gemahnt, nur nicht weiterzufahren, es könnte ja doch der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass jemand ebenfalls die Kreuzung befahren will.

Ein anderes Beispiel kann man an der Ecke Christoph-/Kochstraße täglich erleben. Die Fußgängerampel führt zu extremem Gerase der Autos, denn es könnte ja noch rot geben. Der eingefleischte Trierer weiß wohl, dass diese Ampel immer erst rot zeigt, wenn der Porta-Nigra-Platz zeitweise keinen weiteren Verkehr mehr zu dieser Straße erlaubt – aber trotzdem, die Ampel könnte ja doch mal anders ticken. Der gemeine Fußgänger weiß das natürlich und ignoriert die Ampel daher so gut er kann – schließlich wurde er ja schon beim Überqueren der Th.-Heuss-Allee (aus dem Steingröver Weg zum Beispiel) dazu genötigt, sich ungeschützt durch den Verkehr zu boxen.

Warum man hier nicht wie an anderen Stellen in der Stadt vor 40 Jahren eine Unterführung gebaut hat? Ich weiß es nicht.

Und dann gibt es ja noch das Moselufer (ich erspare mir, hier alle Straßennamen aufzuzählen) mit der schönen vierspurigen Straße und den vielen Ampeln. Auch diese sind weitestgehend stur geschaltet – und für Fußgänger unbrauchbar. So passiert denn tagtäglich das, was immer passieren muss: An der Kreuzung zum Irminenfreihof hat man als Fußgänger die Möglichkeit bis zur Mittelinsel (wenn man zur Mosel will) zu kommen und dann im vorbeidonnernden Verkehr (LKW und PKW mit teilweise weit über 70km/h) erst mal auszuharren – denn die Fußgängerampel zeigt rot – und muss ja erst mal druch Anfordern dazu überredet werden irgendwann auf grün zu springen.

Der Autofahrer indes hat es auch nicht leicht. Fährt er weniger als 80km/h droht ihm Ungemach von allen Seiten – ist doch dann die nächste Ampel rot – Grüne Welle einmal anders. Das Spielchen für ihn wiederholt sich allerdings dann noch bis zum Abzweig der B268. Aber dafür ist die Straße ja auch ausgelegt. Breite Spuren mit möglichst viel Ausgleichflächen für Linksabbieger (außer an der B268 Richtung Zerf) laden ja geradezu ein. Ähnliches gilt übrigens auch für die Kohlenstraße entlang des Uni-Geländes (da wo die im anderen Beitrag besprochene Fußgängerbrücke steht).

Alles in allem zeigt sich hier, was in anderen Städten längst behoben wurde: Der Verkehr wird bevormundet, man traut dem Fahrer nichts mehr zu, also kann er ruhig fahren wie er will (denkt er sich), solange die Ampel grün zeigt. Der Fußgänger indes ignoriert alles was er findet, wird er doch ebenso von der Ampel ignoriert. T.V. Kaiser würde sagen: “Ein Teufelskreis”.

Seltsamerweise hat man aber auch schon im Rathaus gemerkt, dass es offenbar anders geht. Im Zuge der Baustelle auf der B268 wurde die Ampel aus Richtung Zerf in die Innenstadt abgeschaltet und durch ein Blinklicht ersetzt. Interessanterweise wurde das Blinklicht nun beibehalten, weil es offenbar zu mehr Verkehrsfluß beim höchstens gleichbleibendem Gefährdungspotenzial kam. Dass Rechtsabbieger bei freier Sicht über eine Einfahrt dazu neigen, auch selbstständig anzuhalten, schien wohl vorher niemand zu ahnen.

Ach und die angesprochenen Spuren von eben? Nun, das Problem kennt jeder, der die Th.-Heuss-Allee aus Richtung Bahnhof in Richtung Mosel fährt: Vor dem Porta-Nigra-Platz staut es sich auf der rechten Seite bis zur Sparkasse, während die linke Spur gänzlich leer ist (selbiges gilt übrigens auch in der Roonstraße und an ein paar anderen Stellen). Man will die Spur nach der Ampel wohl nicht wechseln. Wie sonst erklärt es sich, dass einige Lenker ihr Fahrzeug nach drei Rotphasen erst über die Kreuzung bringen, während es die “Linksfahrer” schon nach der ersten schaffen? Vielleicht sind das aber auch die rücksichtsvollen Autofahrer, die den Pulk an Fußgängern, die auf der mittleren Insel mal wieder länger auf Grün in Richtung Fußgängerzone warten, die Gelegenheit geben wollen, auf der Straße zu warten. Sonst haben sie nämlich nur wenig Platz. Und wer jetzt einwendet, dass man doch auf dem Grünstreifen stehen könnte, dem sei gesagt: Die Distanz ist dann schon zu weit um innerhalb einer grünen Anzeige überbrückt zu werden. Personen über 40 sollten diesen Fußgängerüberweg ob ihrer verminderten Sprintqualitäten ohnehin irgendwie vermeiden!

Aber die Hauptsache: Es gibt genug Straßen in Trier. Denn schließlich sind die Busse ja so teuer, dass man mit dem Auto in die Stadt muss. Dass man im Bus gelegentlich durch scharfe Brems- und Beschleunigungsmanöver hin- und hergeschleudert wird, fällt da gar nicht mehr ins Gewicht. Und wieder: “Ein Teufelskreis”.

Übrigens: Eine Fahrt von der Stadt zur Uni kostet 2,10€. Nur ein Student, für den dies nicht gilt, fährt noch gerne mit dem Bus! Und ich denke gerade daran, was wohl wäre, wenn die Roonstraße irgendwann mal gesperrt würde, weil sie nur noch für 2,8t zugelassen ist. Würde dann der ganze Verkehr einschließlich Bus und LKW durch das Paulinviertel fahren? Ich hoffe so etwas muss ich nicht erleben. Pech für diejenigen, deren ÖPNV nicht mehr über die Aulbrücke führen kann – sie werden es noch lange erleben.

Alles in allem ist Trier ein Hort einer lange Zeit verfehlten Verkehrspolitik. Umdenken? Wahrscheinlich nicht. Von der Ausnahme an der B268 mal abgesehen, werden weiter zweispurige Straßen gebaut, Ampeln mit starrer Schaltung und mit längeren Wartezeiten für Fußgänger auf dem Mittelstreifen aufgebaut und dafür an anderen Stellen ganz auf eine Überquerungshilfe verzichtet. Soll doch der Autofahrer ja nicht selbst überlegen müssen, ob und wie er angemessen reagieren könnte.

Nachtrag.

Bevor die Kritiker loslegen: Verkehrsprobleme sind nicht der einzige Grund, warum Trier für mich als zukünftiger Lebens- und Arbeitsort nicht mehr in Frage kommt – aber auf jeden Fall ein wichtiger.

Interessante Begegnungen?

Neulich in der Schöndorfer Straße: Ein offenbar des Führens seines Fahrzeuges nicht mächtiger Zeitgenosse (da in Unkenntnis jeglicher Verkehrsregeln) fährt stur weiter, obgleich ich aus Richtung Reichsabtei hier ein Vorfahrtsrecht genieße (Hindernisse auf seiner Seite). Als er mich nötigen will, den Bürgersteig zu überfahren, muss ich zunächst anhalten. Soll ich ihm erst die Vorfahrtsregeln erklären? Soll ich die Frau mit ihrem Kinderwagen überfahren? Oder soll ich einfach aussteigen und das Auto da stehen lassen?

Da der benutzte Schallantrieb meines Gegenübers ihn wohl das Denken schließlich völlig unmöglich machte, wartete ich, bis der Bürgersteig frei war und erfreute mich noch des Anblicks eines Mittelfingers, während der Herr vorbeifuhr.

Einzelfall könnte man meinen, aber in der Schöndorfer Straße gilt wohl immer noch: Aus Richtung Thebäerstraße hat man zwar die Hindernisse, aber auch die Vorfahrt auf seiner Seite. Rücksichtslosigkeit gehört hier einfach dazu. Selbst in Griechenland fahren sie weniger verstörend – und da baute man nicht an jeder Kreuzung eine Ampel auf.

Warum sich in Trier nichts ändern wird.

Wenn man so etwas liest, wird die ganze Problematik des Trierischen Verkehrs deutlich. Statt auf ein Miteinander zu achten, wurde lange Jahre seitens der Stadt versucht, Fußgänger und Radfahrer zugunsten des Kraftverkehrs in Unterführungen oder auf Brücken zu verlagern. Das “barrierefreie” Fahren führte schließlich zu schnellem Fahren und gefährlichen Situationen in ganz Trier. Die Brücke an der Uni ist zwar gut gemeint, doch trifft sie ihren Zweck nicht. Wenn man die Wahl hat, den direkten Weg über die Straße zu nehmen – oder einen weiten Umweg über eine Brücke (samt seltsamer Treppenkonstruktion), wird der denkende Student den kürzeren Weg nehmen – das erhöhte Risiko in Kauf nehmend. Gelegentlich blitzt man ja auch dort oben – ein Zebrastreifen würde aber dauerhaft zu niedrigeren Geschwindigkeiten führen – der Autofahrer müsste dann auch mal auf den Verkehr achten.

Die Stadt hat ja aus Kostengründen auf eine eigenständige Verkehrsüberwachung verzichtet. Die Bußgelder allein in der Kohlenstraße und der neuen Allee zum Petrisberg hätten das Budget wettgemacht. Aber die politischen Entscheidungen sprechen immer noch eine deutliche Sprache. Ich warte nur darauf, dass man irgendwann für viel Geld die Ausgrabungen der Viehmarkttermen in ein Museum verlagert um das Parkhaus zu vergrößern, während auch weiterhin kein ausreichend dimensionierter Linienbus über die Aulbrücke fahren darf. Die Fußgängerfurt vor der Porta wird auch niemals ausreichend groß sein – aber sonst könnte ja jemand beim “auf das Alleencenter zurasen” gebremst werden.

Übrigens: Wenn man von Tarforst in die Stadt und zurück für zwei Personen 8,40 bezahlen muss, dann rechnet sich das Auto irgendwie schon. Wie auch immer, meine Entscheidung ist ja schon etwas länger getroffen: Die Lebensqualität in Trier als Fußgänger und Radfahrer ist mir einfach zu gering. Auf zu neuen Ufern – spätestens nach 2008.

Tarforster Volksfreund: Moselfähre an ehemaliger Verkehrsampel verheddert

Petrisberg (red.) – Die Moselfähre vom Petrisberg zur FH Schneidershof ist seit gestern Nachmittag außer Betrieb. Ein Ankerseil wurde nicht richtig eingefahren und verhedderte sich in einer der noch immer unter der Wasseroberfläche der Mosel vorhandenen ehemaligen Verkehrsampeln. Die bei Zwischenfällen dieser Art üblichen Maßnahmen wie zweitägige Ausgangsperre für Personen ohne Ausnahmegenehmigung und das Verbot von Internetkommunikation für sieben Tage werden voraussichtlich heute abend wieder aufgehoben, da es sich hierbei nicht um einen Terrorakt handelte.

Tarforster Volksfreund: Mann verhaftet.

Tarforst (red.) – Ein Mann wurde heute von der Polizei verhaftet. Nach Angaben der zuständigen Dienststelle wurde er heute dabei ertappt, wie er sich darauf vorbereitete, am verbotenen Filscher Triathlons teilzunehmen. Der Triathlon gehört seit 10 Jahren zu den verbotenen Veranstaltungen in der Stadt, da Teilnehmer auf der Rad- und Laufstrecke möglicherweise mit Sprengstoff unterwegs sein könnten. Eine Ausnahmegenehmigung von den mittlerweile seit 48 Jahren bestehenden Schäublegesetzen ist auch dieses Jahr mit Hinweis auf die erhöhten Gefahren abgeleht worden.